... es war ja sehr nett von euch, unter anderem auch mir einen Gutschein für Visitenkarten und Adressaufkleber zukommen zu lassen. Ja, ich habe ihn eingelöst. Nein, ich halte die Karten und Aufkleber noch nicht in den Händen - was hauptsächlich daran liegt, daß ihr mit DPD versendet. (Würdet ihr DHL nutzen, hätte ich die Sendung vermutlich heute nach der Arbeit aus der Packstation geholt, statt einen Zettel im Briefkasten zu haben.)
Ich kann ja auch verstehen, daß ihr ungeduldig wie das Kind vor der Bescherung darauf wartet, daß ich etwas darüber schreibe. Es wäre trotzdem sehr nett, wenn ihr aufhören würdet, mein Blog deswegen zu DoSen. Es war heute schon das zweite Mal, daß ich per .htaccess-Eintrag die Notbremse ziehen und www1.logiprint.com von meinem Blog aussperren mußte, weil die Last der anscheinend versuchten kompletten Spiegelung für meinen kleinen Rootserver zu groß wurde. Auch wenn ich da vielleicht noch etwas an der Datenbank optimieren kann: Laßt es bitte bleiben. Beim nächsten Mal wird die Sperrung dauerhaft sein, und daß so etwas meine Meinung über euch nicht unbedingt positiv beeinflußt, könnt ihr euch vermutlich auch denken.
(Wenn ich mich richtig erinnere, sind wir uns übrigens schon einmal begegnet. 1994, mit unserer Abizeitung. Auch wenn ihr damals noch nicht Logiprint hießt... )
... bis man endlich die Zeit gefunden hat, den perfekten Gleisplan zu zeichnen... und das Regal auszumisten... und das Material aus dem Bau- und Hobbyparadies zu besorgen.
Wenn sie einfach lockt, die Sehnsucht. Dann tut es auch das Gleisoval auf dem Fußboden.
Immer rundherum, ohne Ziel.
Wie damals, vor 29 Jahren, unter dem Weihnachtsbaum. Die Schienen waren aus Blech, der Trafo war blau, und die Lok zog zwei Personenwagen und hatte einen Funkenfänger-Schornstein. Aber das Gefühl ist das Gleiche, wenn der Zug unermüdlich seine Kreise dreht.
Kristian zeigt in seinem Blog anhand der aktuellen Probleme der Wikipedia, was so alles in sich eigentlich als offen für Neulinge verstehenden Gruppen schiefgehen kann, und wie man es besser machen könnte. Es lohnt sich, diesen Artikel zu lesen - auch wenn man Kristian nicht mag oder mit seiner Sicht der Welt häufig nicht einverstanden ist. Und sei es nur wegen dieser Eckpunkte für konstruktive Arbeit an und mit Neulingen, die seinerzeit in der und für die Usenet-Gruppe de.comp.lang.php entstanden sind:
... saß ich vermutlich mit meinen Eltern beim Abendessen, in einem kleinen westfälischen Dorf. Weit weg von der DDR, noch viel weiter weg von Berlin. Ohne Bindungen dorthin, sieht man einmal davon ab, daß meine Klasse sich für das nächste Jahr eine Klassenfahrt nach Berlin (West) ertrotzt hatte.
Natürlich hatte ich mitbekommen, daß da in der DDR irgendetwas im Gange war. Ich interessierte mich für Politik, las Zeitung, hörte Radio und schaute die Nachrichten im Fernsehen. Daß sich etwas änderte, das war für jeden klar, der mit offenen Augen durch die Gegend ging. Nur die Richtung, die war nur sehr grob erkennbar, wenn überhaupt. Und die rasante Beschleunigung der Entwicklung war nicht einmal zu erahnen. Ich erinnere mich an eine Aussage meines Vaters, der Krieg, Vertreibung und Teilung am eigenen Leib erfahren hatte, in diesem Sommer: "Wenn ihr Glück habt, wird eure Generation die Wiedervereinigung vielleicht noch erleben. Ich mit Sicherheit nicht mehr." Damals war er 58.
So richtig klar, daß da gerade etwas Weltbewegendes passiert war, wurde es mir erst am nächsten Morgen. In der ersten Stunde hätten wir Mathe gehabt, bei unserem Klassenlehrer. Er kam rein, schloß die Tür, legte das Buch auf den Tisch, und nach dem üblichen "Guten Morgen" sah er uns an und meinte: "Wenn ihr glaubt, daß wir jetzt Mathe machen, dann habt ihr euch geirrt. Es ist etwas passiert, über das wir reden müssen." Und das haben wir dann auch, die ganze Mathestunde lang.
Am Nachmittag habe ich dann auch die Bilder gesehen. Bei einem Freund in einem anderen Ort, den ich häufiger nach der Schule besucht habe. Normalerweise waren wir viel draußen unterwegs, aber an diesem Tag haben wir sehr lange vor dem Fernseher gesessen. Es hat lange gedauert, bis wir richtig begriffen haben, was da eigentlich gerade passierte.
Im Januar 1990 muß es gewesen sein, als ich im Fernsehen gesehen habe, wie östlich von Ratzeburg ein neuer Grenzübergang geöffnet wurde. An einer Stelle, an der ich 1986 selbst gestanden hatte, wo die Straße auf einmal wie abgeschnitten im Nichts aufhörte. Ein Schlagbaum, dann Rasen, und dann ein großer Zaun. Jetzt fuhren da Autos über eine ganz neue Straße, durch ein Loch im Zaun. Das war vielleicht der Moment, wo ich erst so richtig persönlich begriff, was das alles bedeutete: Daß ziemlich viel von dem, was ich 15 Jahre lang als unumstößlich angesehen hatte, in Zukunft nicht mehr gelten würde.
Nach Berlin sind wir dann gefahren, im August 1990. Es war merkwürdig, die Stadt war nicht mehr geteilt, aber irgendwie trotzdem noch. Von der Mauer habe ich nur noch Reste gesehen - irgendwo muß ich noch eine Tüte mit Bröseln haben, mehr war damals schon nicht mehr da. Aber der kahle Streifen durch die Stadt war noch da, und irgendwie war der Osten... anders.
Seitdem war ich oft in den neuen Bundesländern, habe Freunde dort gefunden, Urlaube verbracht, und vor allem Berlin immer wieder gesehen. Ich bin gerne dort. Und trotzdem, irgendwie halte ich immer noch Ausschau nach Spuren einer Grenze, die heute vor 20 Jahren zu fallen begann. Und auch wenn es von Jahr zu Jahr schwieriger wird, irgendwas ist immer noch da.
Dinge, die man als Kind gelernt hat, können ganz schön hartnäckig sein.
Kommentare