Es gibt viele Blogs, in denen Blogger über ihre Arbeit berichten. Ob aus der Perspektive des Chefs wie beim
Shopblogger oder
Hostblogger oder im
Lawblog, oder aus der Perspektive des Angestellten wie in manchen Beiträgen von
Isotopp. Auch ich hätte als Angestellter bei einem mittelständischen Internetprovider mit angeschlossener Werbeagentur (oder auch anders herum, wie man will) sicherlich einiges zu schreiben. Und manchmal juckt es mir in den Fingern.
Aber ich habe mich dagegen entschieden, von meiner Arbeit zu bloggen. Auch wenn es eine Art "Schere im Kopf", eine Selbstzensur also, ist.
Ein Grund dafür ist, daß ich hier nicht einseitig schreiben will. Ich w&uunl;rde nicht nur die netten und witzigen Seiten meiner Arbeit schildern wollen, sondern auch die Dinge, die mich ärgern und stören. Aber die Frage ist: Würde ein Arbeitgeber auch die zweite Art von Artikeln akzeptieren oder zumindest tolerieren? Ein "Nein" auf diese Frage hin muß kein Zeichen von mangelnder Zivilcourage sein - wenn ein großer Kunde einem mittelständischen Unternehmen die Aufträge entzieht, kann das sehr schnell existenzbedrohend werden. Aber ich will keinen Blogartikel löschen müssen, weil sich irgendwer daran stößt,
Ein anderer Grund ist meine arbeitsvertragliche Verschwiegenheitspflicht. Ich nehme so etwas sehr ernst - "pacta sunt servanda" ist einer der ersten Grundsätze, die man als Jurastudent lernt, und ich möochte nicht dagegen verstoßen.
Und letztendlich ist es so, wie Brecht sagte: "Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral." Und deshalb lasse ich mein Arbeitsleben auf der Arbeit und nicht in dieses Blog. Auch wenn mich mancher meiner Leser vielleicht für feige hält. Aber diesen sei gesagt: Auch ich habe meine Grundsätze und tue manche Dinge nicht, für kein Geld der Welt. Auch wenn ich dadurch, wie schon geschehen, eine Stelle nicht bekomme oder, wie es hoffentlich nie geschehen wird, eine Stelle dadurch verliere. Aber wenn schon, dann für einen wichtigen Grund.