Das Lummaland zitiert Falk Lüke bezüglich fehlender Vermarktungsoptionen für (deutschsprachige) Blogger und zieht das Fazit:
So lange der gelesene Teil der deutschen Blogosphäre eine Ansammlung unprofessioneller Diven ist, so lange wird es zwar witzig und nett zu lesen sein, aber eben nicht wirklich gut vermarktbar.
Mir persönlich ist es ganz recht, "nicht wirklich gut vermarktbar" zu sein. (Zur Diva fehlt mir allerdings das Tutu, und das ist in Anbetracht meiner Körperform vermutlich auch ganz in Ordnung so.) Zum einen aus grundsätzlichen Erwägungen: Mir geht massiv gegen den Strich, daß sich unsere Gesellschaft immer mehr in eine Richtung entwickelt, in der alles nur noch an Ertrag, Gewinn, Marktanteil, "shareholder value" oder ähnlichen Dingen gemessen wird. Nicht daß ich etwas gegen die Marktwirtschaft an sich hätte, ganz im Gegenteil - als Gesellschaftssystem hat sie den immensen Vorteil, daß sie nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis funktioniert und richtig angewandt nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis "Wohlstand für alle" bringen kann. Das muß allerdings nicht zwingend bedeuten, daß nur noch die Dinge zählen, die man in Euro und Cent messen kann, und ich halte es für einen großen Fehler, alles auf seine Vermarktbarkeit abklopfen zu müssen und nicht kommerziell verwertbare Dinge mehr oder weniger deutlich auf den großen Haufen mit dem Schild "Ausschuß" zu werfen.
Zum anderen ist das Bloggen für mich wie vermutlich auch für viele andere Blogger ein Hobby. Ein Hobby ist etwas, das man aus Spaß an der Freude macht, bei dem man sich selbst die Qualitätsmaßstäbe setzt, an denen man sich orientiert und daß man auch mal für Tage, Wochen oder Monate in die Ecke pfeffern kann, wenn man die Nase voll hat. Das beißt sich aber zumindest nach meinen Maßstäben damit, seine Ergebnisse zu vermarkten. In dem Moment, wo man von anderen Geld für seine Werke bekommt, ist man (zumindest nicht mehr vollständig) Herr über sie. Man riskiert, seinen Geldgebern Rede und Antwort über Dinge wie Temine, Qualität oder gar Inhalte stehen zu müssen. Das nennt man dann gemeinhin nicht mehr "Hobby", sondern "Beruf".
Und wer sein Hobby zum Beruf macht, sollte sich darüber im Klaren sein, daß er riskiert, ein Hobby zu verlieren. Ob es einem das wert ist, muß jeder selbst entscheiden. Der Mehrzahl der deutschsprachigen Blogger scheint es das nicht wert zu sein.