Monday, February 28. 2005
... so könnte man jedenfalls beim Anblick der InterConnex-Streckenkarte meinen:
Schon merkwürdig, wie eine Heimfahrt mit dem Bus Erinnerungen an die Kindheit wecken kann. Für viele dürfte die Linie 151 eine ganz normale Buslinie gewesen sein. Langsam (eine Stunde für etwa 25 Kilometer direkte Straßenentfernung), unregelmäßig und meist nicht zu den nötigen Zeiten verkehrend, ohne Komfort (Klimaanlage? Radio? Unnötiger Schnickschnack!).
Für mich war sie früher das Tor zur Welt.
Aufgewachsen als Kind in einem Dorf mitten in der westfälischen Pampa ohne Bahnhof, gab es außer dem Schulbus zwei Möglichkeiten, mal rauszukommen: Die samstäglichen Einkaufsfahrten mit den Eltern oder den Bus. Und der Bus, das war (meistens) die 151. Mit ihr bin ich nach Greven gefahren, zum Augenarzt. Nach Münster, in den Ferien mal einen Tag alleine in der großen Stadt verbringen; und später als Student über den Fahrplan fluchen (6:30 morgens Abfahrt, der letzte Bus heim fuhr gegen 19 Uhr, spätere Vorlesungen bedeuteten, sich von Papa am Bahnhof des Nachbardorfs aufsammeln zu lassen). Und als Unterstufenschüler am Elternsprechtag zur großen Schwester nach Freiburg ausbüxen, aus völlig irrationaler Angst vor meinem einzigen Klassenbucheintrag heraus.
Irgendwann wurde die 151 dann durch die R51 ersetzt, mit Taktfahrplan, kürzerer Fahrzeit und späteren Fahrten. Für die meisten ein großer Fortschritt, auch für mich. Und trotzdem vermisse ich die alte 151 irgendwie. Vermutlich bin ich deshalb letzten Freitag ein Stück mit ihren traurigen Resten gefahren, die aus ein paar nicht in den Plan der R51 passenden Überführungs- und Schülerfahrten bestehen. Und vielleicht setze ich mich demnächst mal an einem Sonntag in die letzte Fahrt, die noch den ganzen Linienweg bedient, und denke an früher zurück.
Monday, February 21. 2005
Wie der Spiegel schreibt, sorgt ein Staatsbesuch am Mittwoch für einen mehr oder weniger kompletten Stillstand des Lebens im Rhein-Main-Gebiet. Da werden Fabriken stillgelegt, Autobahnen gesperrt, Züge verkehren nicht, Gullydeckel werde zugeschweißt, Bewohner dürfen ihre eigenen Balkons nicht mehr betreten oder müssen sogar Scharfschützen beherbergen, und zeitweise wurde sogar sogar erwogen, Handynetze abzuschalten. Einen Augenzeugenbericht aus dem Zentrum des Wahnsinns liefert Daniela Klages.
Bei allem Verständnis für Sicherheitsmaßnahmen - hochrangige Politiker sind potentiell gefährdet, und jemand wie George W. Bush ist es erst recht - aber das sind in meinen Augen keine notwendigen Sicherheitsvorkehrungen mehr, sondern Anzeichen für Paranoia, und zwar für fortgeschrittene.
Wie Nisi ganz richtig bemerkt: Es heißt 'das Blog' und nicht 'der Blog'. 'Blog' ist nämlich eine Abkürzung für 'Weblog'!
Schleswig-Holstein hat gewählt, und klar ist bislang nur, daß nichts so
richtig klar ist. Nachdem sich die CDU am Wahlabend schon feiern ließ,
wurde sie etwas unsanft auf den Boden der Realität zurückgeholt. Von
dort aus verkündet sie zwar trotzig und schmollend, daß der Ministerpräsident selbstverständlich von der stärksten Fraktion zu stellen sei.
Da CDU und FDP aber (jedenfalls nach den vorliegenden Zahlen) keine
Mehrheit haben und der alles entscheidende SSW von den politischen
Zielen her am ehesten zu rot-grün paßt, wird das wohl ein Wunschtraum
bleiben.
Überhaupt muß ich sagen, daß mir das, was ich vom SSW so mitbekomme,
ausnehmend gut gefällt. Er scheint der skandinavischen Politikkultur
sehr eng verbunden zu sein (was für einen Interessenverband der
dänischen Minderheit zugegebenermaßen kein großes Wunder ist) und sich
nicht vereinnahmen lassen zu wollen. Die Spitzenkandidatin widerstand
heute morgen im Radiointerview von WDR 2 standhaft allen Versuchen,
in die "aber Sie wollen doch rot-grün"-Ecke gedrängt zu werden, sondern
betonte immer wieder, daß es dem Wählerverband um die Inhalte gehe.
Eine außergewöhnliche und sehr wohltuende Einstellung in einer Zeit, in
der bei den klassischen Parteien immer weniger Kompromißfähigkeit
erkennbar ist, und in der an sich überlegenswerte Vorschläge sofort
niedergemacht werden, weil sie vom politischen "Gegner" stammen.
Schade, daß es in NRW keinen SSW gibt. Das Land könnte es gebrauchen.
Saturday, February 19. 2005
Martin Röll berichtet von Neuigkeiten beim Vorgehen gegen Spammer (zumindest gegen solche aus Deutschland). Bislang war es so, daß man gegen Spammer aus Deutschland zwar einen Auskunftsanspruch hatte und ihnen mit einem diesbezüglichen Schreiben - ein gerne benutztes Muster ist auch als "T5F" bekannt - zumindest Arbeit machen konnte, aber das war es dann auch meistens. Mittlerweile scheint zumindest der Niedersächsische Landesdatenschutzbeauftragte Spammern die eingesetzte Arbeitszeit in Rechnung zu stellen. Damit packt man diese an einer Stelle, an der es ihnen wirklich weh tut, nämlich am Geldbeutel.
Martin liefert netterweise gleich noch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Spambekämpfung mit. Es könnte sich durchaus lohnen, nach dieser Anleitung vorzugehen, wenn sich mal ein Spam mit deutschem Absender in die eigene Mailbox verirrt. Es ist zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, weil zumindest bei mir der meiste Spam aus Asien oder Amerika kommt, aber immerhin besser als nichts.
Friday, February 18. 2005
Es sieht fast so aus, als würde Mitte Februar der Winter nochmal zurückkehren. Nachdem es heute Nachmittag schon einzelne Flocken gab, hat heute abend nochmal Schneefall eingesetzt. Erst dünn wie Puderzucker, aber mittlerweile sind es richtige Flocken geworden. Mal sehen, wie sich das ganze über Nacht entwickelt, auch wenn ich nicht viel Hoffnung habe, morgen nach dem Aufstehen viel mehr als langsam tauenden Schneematsch vorzufinden.
Angesichts der Wetterlage hier noch ein Tip für eventuelle nicht ganz ehrliche Mitleser: Es ist taktisch ungeschickt, einen Einbruch zu begehen, kurz nachdem es geschneit hat. Sonst ergeht es einem so wie den Dieben, von denen auf WDR 2 berichtet wurde. Sie hatten an dem in einem Getränkemarkt erbeuteten Diebesgut keine Freude - die Polizei war ihren Spuren im Schnee schneller gefolgt, als sie die erste Flasche leeren konnten.
Thursday, February 17. 2005
Früchtetee läßt sich viel problemloser zubereiten, wenn man ihn vor dem Aufgießen mit heißem Wasser nicht auf dem Schreibtisch verteilt, sondern wie vorgesehen in einen Teefilter füllt.
So könnte man zumindest meinen, wenn man die aufgeregten Reaktionen in de.comm.provider.usenet auf die Ankündigung beobachtet, die Nutzung von news.individual.de kostenpflichtig werden zu lassen. Da wird mehr oder weniger deutlich mit dem Boykott gedroht und laut gejammert, daß die geforderten 10 Euro pro Jahr (das sind 84 Cent pro Monat) ja viiiiiel zu teuer seien. Da wird lang und breit darüber lamentiert, daß das alles ja eine Abzocke sei, pure Geldschneiderei, und so weiter und so fort. Fast könnte man den Eindruck haben, daß das de-Usenet stirbt.
Sicher, es ist schade, daß eine Institution wie individual.de nicht mehr anders kann, als den Zugang zum Usenet kostenpflichtig zu machen. Aber seien wir doch mal ehrlich: Zum einen sind 10 Euro pro Jahr, nüchtern betrachtet, weniger als ein Euro pro Monat. Das hätte ich mir selbst zu meinen kargen Bafög-Zeiten leisten können, und für die, die selbst das nicht können (weil sie kein Geld haben, weil sie dem Inkasso nicht trauen oder keine Möglichkeit haben, es zu nutzen), gibt es noch genügend freie Alternativen. Zum anderen hat das Newsteam der FU Berlin - allesamt langjährige Profis, deren Arbeit ich bewundere und sehr hoch schätze - längst eine Anerkennung ihrer Arbeit mehr als verdient.
Den Tod des Usenet kann ich darin nicht sehen, im Gegenteil. Vielleicht kehrt jetzt, wenn sich die Wogen gelegt haben, ja wieder etwas mehr Ruhe ein, wenn es für Trolle nicht mehr ganz so bequem ist, an einen Newszugang zu kommen. Das Netz hätte es verdient, es ist nämlich für mich immer noch eine Quelle qualitativ hochwertiger Informationen und ein Ort für Diskussionen, noch dazu einer, den ich unterwegs bei mir haben kann. Und Totgesagte leben bekanntlich länger.
Schade ist nur, daß einige Leute die Umstellung zum Anlaß nehmen, sich aus dem Usenet zurückzuziehen. Kristian, auch wenn Du schon seit einiger Zeit nicht mehr aktiv schreibst, werden mir Deine Beiträge doch fehlen. Und Blogs können in meinen Augen eine Ergänzung für die News sein, aber kein Ersatz.
Zum guten Schluß muß ich aber feststellen, daß ich mich im Usenet schon lange nicht mehr so gut amüsiert habe wie in den Threads in de.comm.provider.usenet. Es ist fast wie in den guten, alten Zeiten von detebe. Jungs, macht weiter so, ich habe noch lange nicht genug Popcorn gefuttert und düstere Andeutungen gemacht. ;->
Wednesday, February 16. 2005
Isotopp hat es also geschafft, mich anzufixen. Wie er so schön ausführt:
Mit supersized.org kann man sich Hosting und Installation sparen und bekommt das Blog mit drei Mausklicks frei Haus geliefert. Einfach Content zufügen, Theme auswählen und glücklich sein.
Die Engine steht bereit zur Probefahrt. Schreibt Euch ein und fahrt sie Probe!
Jetzt werde ich also eine weitere Person sein, die ein mehr oder weniger totes Blog ihr Eigen nennt. Mal sehen, was draus wird, ob es mit Inhalten gefüllt und lebendig wird oder ob ich nach zwei Wochen die Lust daran verliere. Ein weiterer potentieller Zeitfresser neben dem Usenet.
Naja, mal sehen.
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