Das Schultergelenk des Menschen ist schon eine besondere Konstruktion. Schließlich ermöglicht es einem, den Arm dreidimensional zu bewegen, in einem Umfang, den kein anderes Gelenk erreicht: In einer Dimension (fast) um 360 Grad (Armkreisen), in den anderen Dimensionen immerhin noch um 180 Grad (vom herabhängenden bis zum über den Kopf erhobenen Arm) bzw. immer noch deutlich mehr als 90 Grad (den ausgestreckten Arm von der Brust aus in einem Kreis ausstrecken).
Jedenfalls beim gesunden Menschen. Mit der Beweglichkeit ist es nämlich vorbei, wenn eine der Sehnen reißt, die die Muskeln der Rotatorenmanschette in der richtigen Position halten. Eine ausgeprägte Gelenkpfanne, die an dieser Stelle übernehmen könnte, gibt es beim Schultergelenk nicht. Die Folge: Der Oberarm rutscht aus der richtigen Position und läßt sich nur noch eingeschränkt (und unter Schmerzen) bewegen.
Über diese Zusammenhänge macht man sich normalerweise keine Gedanken. Und wenn man es gezwungenermaßen doch tun muß, ist man über kleine Fortschritte schon riesig erfreut. 110 Grad frontal und seitlich sind zwar noch ein ganzes Stück von den angestrebten 180 Grad entfernt, aber schon deutlich besser als die 60 (frontal) bzw. 90 (seitlich) Grad, die zu Beginn der Reha möglich waren - nach 6 Wochen Physiotherapie, wohlgemerkt.
Ich kann meinen rechten Arm wieder benutzen. Zumindest tagsüber zeitweise, und für noch ziemlich niedrige Werte von "benutzen" - so ein Arm ist ziemlich schwer, wenn die Oberarmmuskulatur sechs Wochen Ruhepause hatte und im Wesentlichen "ich bin dann mal weg" gesagt hat. Aber immerhin kann ich meine Anträge wieder alleine ausfüllen und diverse Routinetätigkeiten im Haushalt verrichten. Immer schön vorsichtig natürlich. Und bei auftretenden Schmerzen sowie bei Nacht kommt sie dann wieder zum Einsatz.
Mittwoch geht es dann in die Reha. Ich hoffe, daß der Muskelaufbau einigermaßen zügig abläuft. Es ist übrigens ein merkwürdiges Gefühl, mit 33 schon Leistungen aus der Rentenversicherung zu beziehen...
Nach einem der letzten Updates meiner Blogsoftware war anscheinend das Plugin für die Darstellung statischer Seiten mit der Gesamtsituation unzufrieden und hatte daher die Mitarbeit eingestellt. Aufgefallen ist mir das heute durch einen Zufall. Das Problem war dann auch schnell behoben, und seitdem hat dieses Blog auch wieder ein funktionierendes Impressum. Auch wenn das anscheinend selten besucht wird - es muß schon länger nicht erreichbar gewesen sein, beschwert hat sich bislang aber niemand...
... die Forderungen der GdL im aktuellen Tarifkonflikt aus liberaler Sicht wirft Oliver Fink. Und wer jetzt einen Rundumschlag gegen die bösen Gewerkschaften erwartet, wird ziemlich überrascht sein: Oliver untersucht den Forderungskatalog sehr sachlich und zeigt auf, warum die GdL sowohl von der DB als auch von den anderen Gewerkschaften unter Feuer genommen wird - und warum ihre Forderungen durchaus berechtigt und ihre Reaktionen auf die DB AG und ihre "Angebote" nur folgerichtig sind.
Wenn die FDP mehr Politiker wie Oliver hätte, wäre sie vielleicht sogar wieder wählbar...
Die Broschüre der GdL zum Fahrpersonal-Tarifvertrag findet man hier. Jungs, eure Öffentlichkeitsarbeit ist dringend überarbeitungswürdig! Es kann ja wohl nicht euer Ernst sein, daß man sich erst über -zig Unterseiten weiterraten muß, bis man zu den Fakten kommt!
Aufgeschreckt durch diesen Beitrag des SWR habe ich mich mal bei YouTube auf die Suche gemacht. Die im Beitrag genannte Zahl von knapp 300 Filmchen mit dem Tag "schwäbisch" beinhaltet zwar auch viele Videos, die irgendwas mit "Schwäbisch Hall" zu tun haben - dem Ort, nicht der Bausparkasse -, aber auch so einige synchronisierte "24"-Folgen. Besser als Jack Bauer finde ich aber dies hier: Bruce Willis (stilecht im Unterhemd) holt sein auf eBay ersteigertes Schnäppchen ab.
Die im SWR-Beitrag erwähnte Werberkonferenz auf dem Todesstern findet man bei der Suche nach "schwäbisch" übrigens nicht - jedenfalls nicht auf den vorderen Plätzen. "todesstern stuttgart" hilft weiter - oder das Blog am Datentrampelpfad...
Eine Woche voraussichtlich noch, dann kann ich endlich wieder meine rechte Hand gebrauchen - zumindest ein bißchen, denke ich. Dann gibt es zwar nochmal drei bis vier Wochen Reha, aber wenigstens ist dann der erste Schritt zurück zur Normalität getan.
Es ist unglaublich, wie viele alltägliche Dinge auf einmal schwierig werden, deutlich länger dauern oder schlicht nicht möglich sind, wenn man auf seine "Haupthand" verzichten muß. Das fängt schon morgens beim Aufstehen an - meine Leser mögen einmal versuchen, eine Jeans nur mit links (für Linkshänder: nur mit rechts) anzuziehen. Beim Frühstück fehlt die Hand, die das Brot beim Bestreichen festhält, der Stuhl mit Armlehne ist je nach Höhe der Lehne unbequem oder gar nicht zu benutzen... und das ist nur der Anfang. Ach ja, und das Tippen nur mit links ist extrem anstrengend und dauert ewig. Handschriftliches kann ich gleich vergessen - ich kriege mit Müh' und Not gerade etwas unterschriftsähnliches hingekritzelt.
Wie gesagt, eine Woche noch. Danach gibt es dann vermutlich auch wieder mehr Neues im Blog, wenn ich für einen Eintrag wie diesen hier keine 20 Minuten mehr brauche.
... und geht auf Kosten der Länder. So lautet der Grundtenor eines Gutachtens, das der Münsteraner Wirtschaftsrechtler Prof. Dr. Ehlers im Auftrag der Verkehrsminister der Länder erstellt hat. Das Gutachten ist hier herunterzuladen und birgt ziemlichen Zündstoff, zum Beispiel (Hervorhebungen von mir):
Die Eigentumskonstruktion des Entwurfs eines Gesetzes zur Neuorganisation der Eisenbahnen des Bundes verfolgt das Ziel, das juristische und wirtschaftliche Eigentum voneinander zu trennen. Der Versuch, die verfassungsrechtlichen und die wirtschaftlichen Zielsetzungen in Einklang zubringen, kommt einer Quadratur des Kreises gleich. Behält der Bund nicht die erforderlichen Einflussrechte, wird Art. 87 e Abs. 3 S. 2 und 3 GG verletzt. Erhalten die privaten Anleger nicht das versprochene wirtschaftliche Eigentum, werden ihre grundrechtlich geschützten Interessen verletzt.
Die Übertragung der Stimmrechte in den Hauptversammlungen und Gesellschafterversammlungen der Eisenbahninfrastrukturunternehmen vom Bund auf die Deutsche Bahn AG respektive den Vorstand der Deutschen Bahn AG stellt nach Teilprivatisierung der Deutschen Bahn AG eine verfassungsrechtlich unzulässige materielle Teilprivatisierung der Ausübung von Staatsgewalt dar.
Das Infrastrukturmonopol soll eine Rendite abwerfen, die aufgrund ihrer Berechenbarkeit attraktiv ist. Die Bundesregierung ist in diese Pläne eingeweiht und unterstützt sie aktiv. Dem Schienenpersonennahverkehr – d.h. den Ländern - wird die Rolle des Hauptzahlers zugedacht.
Vom Bund können die Länder kaum Unterstützung erwarten. Er wird unter dem Druck des Kapitalmarktes noch stärker die Eigentümerinteressen verfolgen (müssen), als er diesen Weg schon heute freiwillig geht.
Ehlers nennt in seinem Gutachten auch Zahlen: DB Netz soll von 212 Millionen Euro Verlust 2006 auf 568 Millionen Euro Gewinn 2011 gebracht werden, innerhalb von 5 Jahren also 780 Millionen Euro mehr einnehmen (oder weniger ausgeben), als es derzeit tut. Im derzeitigen Entwurf der Finanzierungsvereinbarung für den Regionalverkehr sind für 2011 übrigens Zahlungen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro an DB Netz vorgesehen. Oder um es ander zu formulieren:
Ca. 22 % der Mittel, die die Länder für den SPNV zahlen, sollen als Gewinn der DB Netz privatisiert werden, also nicht zur Erfüllung notwendiger Aufgaben oder für Investitionen dienen.
Um was wetten wir, daß Herr Tiefensee nach der nächsten Wahl einen gut dotierten Beraterposten bei der DB erhält?
Kommentare