Friday, November 30. 2007
Wer schon einmal mit Verwaltungsrecht zu tun hatte, der weiß, welchen Stellenwert das Widerspruchsverfahren einnimmt - besonders, wenn man es mit einer unteren Verwaltungsbehörde zu tun hat. In nicht gerade wenigen Fällen werden aufgrund der Arbeitsbelastung dieser Behörden erst einmal Verwaltungsakte erlassen, die fehlerhaft sind. Gerade wenn es um kompliziertere Sachverhalte geht, bleibt manchen Behörden auch kaum etwas anderes übrig. Irgendwie muß die Arbeit ja erledigt werden. Und auch Verwaltungsmitarbeiter sind nur Menschen, die Fehler machen und Dinge übersehen können.
Das Widerspruchsverfahren bietet deshalb die Möglichkeit, einen Verwaltungsakt durch die erlassende oder nächsthöhere Behörde überprüfen zu lassen. Eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, Fehler schnell wieder zu korrigieren. Im Gegensatz zur Klage vor dem Verwaltungsgericht ist das Widerspruchsverfahren für den Bürger kostenlos, und es geht relativ schnell - die Verwaltungsgerichte in Deutschland sind relativ gut ausgelastet, so daß eine Klage schon einmal ein paar Monate braucht, bis sie überhaupt verhandelt werden kann (falls sich da seit 2002 nichts Wesentliches geändert hat).
Soweit, so gut.
Continue reading ""Widerspruch? Ist leider aus.""
Wednesday, November 28. 2007
Tip: Selbstauslöser benutzen (bei mir: 2 Sekunden). Das macht zwar das Timing etwas schwieriger, aber ohne Selbstauslöser verwackelt das Bild doch ein wenig.
Ein Klick auf das Bild bringt eine Hintergrundbild-taugliche Variante in 1024x768.
Monday, November 26. 2007
 Am 8. Dezember geht eine Ära zu Ende: Mit der Linie 15 wird die letzte Stuttgarter Meterspur-Straßenbahnlinie auf (Normalspur-)Stadtbahnbetrieb umgestellt. Für den Abschnitt Zuffenhausen - Stammheim bedeutet das zugleich eine zeitweilige Stillegung: Da die Stadtbahnwagen nicht durch die Eisenbahnunterführung an der Zahn-Nopper-Straße passen, wird auf diesem Abschnitt ein Tunnel gebaut, und dieser Bau dauert einige Zeit.
Mit dem Ende der Linie 15 geht auch die Ära der GT 4 zu Ende. Bei der Inbetriebnahme 1959 zuerst als viel zu große Monsterkonstruktion gescholten, sind die Straßenbahnwagen in den vergangenen 48 Jahren zu einem Stuttgarter Wahrzeichen geworden. Die Hoffnung des Herstellers, mit dem speziell für Stuttgart konstruierten Fahrzeug auch bei anderen Verkehrsbetrieben ins Geschäft zu kommen, erfüllten sich kaum. Nur Freiburg, Reutlingen und Neunkirchen (Saar) bestellten ähnliche Fahrzeuge, in viel geringeren Stückzahlen. Eine größere Karriere war dem Triebwagen erst als Gebrauchtfahrzeug beschieden: In Stuttgart durch die Umstellung des Netzes auf Normalspur überflüssig geworden, verschlug es sie in diverse deutsche Städte, nach Rumänien und sogar nach Japan. Dort fahren sie zum großen Teil immer noch - unverwüstliche schwäbische Wertarbeit.
Wer die Straßenbahn mit dem typischen Heulen der Fahrmotoren noch einmal im Linienbetrieb in ihrer angestammten Heimat erleben möchte, muß sich allerdings beeilen: Am 8. Dezember fährt um 12 Uhr die erste U 15, und um 22:10 Uhr wird in Stammheim die endgültig letzte Straßenbahn der Linie 15 ohne U verabschiedet. Danach werden die GT 4 nur noch als Museumsexemplare zu erleben sein - oder eben in mehr oder weniger östlichen Gefilden.
Auch wenn die Stadtbahn für die Fahrgäste, die täglich mit ihr fahren, mit Sicherheit ein großer Fortschritt in Sachen Komfort ist (und für manche die Nutzung dieser Linie überhaupt erst möglich wird - 1959 dachte man noch nicht an behindertengerechte Konstruktionen) - irgendwie wird mir etwas fehlen, wenn keine 15 mehr am Hauptbahnhof durch die engen Kurven quietscht, am Charlottenplatz am Hochbahnsteig vorbeiheult oder zur Ruhbank emporklettert...
Sunday, November 25. 2007
... einen Linux-Admin im Großraum Stuttgart sucht - ich wüßte da einen, der ab dem 1. Januar verfügbar wäre. Einen Lebenslauf gibt es auf Anfrage per Mail, ebenso wie Antworten auf Fragen nach den weiteren Details.
Update: Natürlich kann man sich auch mein OpenBCXing-Profil anschauen, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Wednesday, November 14. 2007
 Am Ende des Lebens derjenigen, die diesen Satz sagte, standen über 70 Bücher, Drehbücher und Theaterstücke, übersetzt in 68 Sprachen und mit einer Gesamtauflage von über 120 Millionen Exemplaren, die immer noch wächst. Heute wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden. Eine Frau, die immer ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Willen hatte, die gegen Unrecht ihre Stimme erhob, und die in ihrem Herzen nie das Kind vergessen hat, das sie einmal war - und die Kinder als Menschen ernst nahm.
Und allen, die von ihr nur Pippi Langstrumpf kennen, lege ich auch und gerade ihre späteren Bücher ans Herz. Besonders, wie schon einmal erwähnt, die Geschichte der Brüder Löwenherz. Keine leichte Kost, ein Buch, in dem die beiden Hauptfiguren schon ganz zu Anfang sterben. Aber mit dem Tod ist die Geschichte noch längst nicht zu Ende... Lest selbst, wenn ihr es noch nicht kennt. Oder lest es wieder, wenn ihr es als Kinder schon einmal gelesen habt. Man ist nie zu alt für ihre Bücher.
Update:Bei der Tagesschau gibt es diverse Links zu Astrid Lindgren, bei der Süddeutschen Zeitung eine Erinnerung an einen Besuch bei der Autorin.
Sunday, November 11. 2007
Während in diversen Teilen Deutschlands heute das sogenannte närrische Treiben begonnen hat, ist der 11. November in vielen anderen Ländern ein eher ernster Tag.
Am 11. November 1918 wurde im Wagen 2419 der CIWLT in einem Waldstück bei Compiègne der Waffenstillstand geschlossen, der den 1. Weltkrieg beendete. Besonders in den Ländern des Commonwealth, aber auch in Frankreich und Belgien ist dieser Krieg in der Öffentlichkeit viel präsenter als bei uns in Deutschland. Zum Gedenken an die Toten des Krieges wird daher in den angelsächsischen Ländern am heutigen Tag der Remebrance Day begangen. Das Symbol für diesen Tag ist die Mohnblume - als Erinnerung an den Mohn auf den Feldern Flanderns, auf denen im sinnlosen Kampf um kleine Landstreifen viele Soldaten getötet wurden. Der 1. Weltkrieg war der erste "moderne", technisierte Krieg, in dem Waffen wie Panzer, Flugzeuge, aber auch chemische Kampfstoffe zum ersten Mal zum Einsatz kamen.
Für uns heutzutage, die wir jetzt über 60 Jahre (relativen) Frieden genießen dürfen, ist das alles unvorstellbar. Einen kleinen Eindruck mag der Roman "Im Westen nichts Neues" von Erich Maria Remarque geben können. Beklemmender vielleicht ist das Wissen, daß auch heute noch - fast 90 Jahre nach Kriegsende - Bauern in den umkämpften Gebieten Waffen, Munition und sterbliche Überreste auf ihren Feldern hochpflügen.
Das Äquivalent zum Remebrance Day in Deutschland ist der Volkstrauertag, der am vorletzten Sonntag des Kirchenjahres (also zwei Sonntage vor dem 1. Advent, für die nicht kirchlich gebundenen unter meinen Lesern) begangen wird - als staatlicher Feiertag, und in Gedenken der Kriegstoten und der Opfer der Gewaltherrschaft aller Nationen. Leider wird von Wirrköpfen immer wieder versucht, diesen Tag als "Heldengedenktag" zu vereinnahmen. Als ob ein Krieg irgendetwas mit Heldentum zu tun hätte, gar auf der Seite des Angreifers...
Daher auch das so gar nicht zur Jahreszeit und zum Wetter passende Bild - als Erinnerung, als Anstoß zur Beschäftigung mit der Geschichte und als Mahnung, daß diese Dinge nicht unter "es war einmal" abgelegt und vergessen werden dürfen.
Den Anstoß zu diesem Artikel gab diese Bildstrecke in der Süddeutschen Zeitung online.
Monday, November 5. 2007
Nein, den Text zu "Remember, remember..." findet man hier nicht, auch wenn die Rubrik meines Blogs diesen Titel trägt. Aber man kann ihn zum Beispiel in der Wikipedia finden, und dabei gleich noch ein wenig über die Hintergründe der "Pulververschwörung" lesen.
Interessant als Hintergrund vielleicht auch für die, die das Gedicht bislang nur aus dem Film "V for Vendetta" kennen (ein sehr guter Film übrigens - wenn man mit Dystopien umgehen kann, unbedingt sehenswert).
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