Das
Bundesverfassungsgericht hat am Dienstag die Verwendung von Wahlcomputern
für verfassungswidrig erklärt - zumindest die der aktuell existierenden Geräte. Diese
genügen nicht den verfassungsrechtlichen Anforderungen an die Öffentlichkeit der Wahl, die das Gericht in seinem Urteil konkretisiert hat. Das ist gut, ein Sieg für die Demokratie. Demokratie lebt von Transparenz, davon daß Entscheidungen öffentlich fallen und öffentlich überprüft werden können. Demokratie lebt auch davon, daß die Bürger die ihnen zustehenden Möglichkeiten zur Teilnahme nutzen - also wählen gehen.
Demokratie lebt aber noch von etwas ganz anderem.
Demokratie lebt nicht zuletzt davon, daß Bürger ihren Teil dazu beitragen, diese Wahlen überhaupt durchführen zu können. Für jede aufgestellte Wahlurne braucht man
mindestens 5 Leute, die darauf achten, daß alles mit rechten Dingen zugeht, die Stimmzettel ausgeben, Ausweise prüfen, Wahlscheine einsammeln und am Ende des Tages die Stimmen zählen.
Mindestens 5 Leute, wohlgemerkt.
Und zwar Leute wie mich und wie Dich, liebe Leserin, lieber Leser. Klar, es gibt an einem Spätsommertag schönere Dinge, als den Tag in einem Klassenraum oder einem Gemeindehaus zu verbringen, ab 8 Uhr morgens und mit offenem Ende. Aber mal ehrlich: Wenn uns unsere Demokratie es nicht einmal wert ist, alle vier Jahre einmal unseren Arsch aus dem Sessel zu erheben und etwas für sie zu tun, an einem Termin der Wochen im Voraus bekannt und kein Arbeitstag ist - haben wir sie dann überhaupt verdient? Und sind nicht selbst zwei Sonntage (wie hier im Süden in diesem Jahr) nur ein verschwindend geringer Preis dafür?
Meine Mail an die Stadt Stuttgart ist raus. Auch eure Gemeinde sucht sicherlich noch Wahlhelfer. Worauf wartet ihr?
Meldet euch! Geht wahlhelfen!