Wednesday, February 24. 2010Fehlbarkeit und AufrichtigkeitTrackbacks
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Soso, man gefährdet also keine anderen Menschen, wenn man betrunken fährt?
Ohne jetzt die Frau Käßmann zu ihrem offensichtlich vorhandenen Rückgrat gratulieren zu wollen, aber es ist ein irgendwie tiefliegenderes Problem, dass die Menschen, die morgens gern noch ohne sich schämen zu müssen in den Spiegel schauen wollen, bei selbstverschuldeten Fehlern eher dazu tendieren, von Ämtern zurückzutreten, während die, man verzeihe mir die Wortwahl, Arschlöcher eher "jetzt erst recht" am Sessel kleben bleiben. Ein Problem, für das ich keine allgemeingültige Lösung sehe, und das ist einerseits schade, andererseits aber auch irgendwie ein bisschen nicht... Der erste Satz ist zugegebenermaßen mißverständlich formuliert gewesen. Natürlich gefährdet man durch eine Trunkenheitsfahrt *abstrakt* andere Verkehrsteilnehmer, sonst wäre dieses Verhalten ja nicht strafbar. Ich meinte aber, daß im vorliegenden Fall niemand *konkret* gefährdet wurde.
Sie hat definitiv auch meinen Respekt. Es war auch schon zu hören, daß es schwierig werden wird, wieder jemanden mit soviel Rückgrat für ihre Posten zu finden. Auch das stimmt.
Es gibt einfach viel zu wenige Menschen von diesem Schlag. Ohne daß das an der Bewertung notwendig etwas ändern würde: eine Trunkenheitsfahrt mit mehr als 1,5 Promille, die nicht unmittelbar an der nächsten Kurve ändert, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht die erste und auch nicht die zweite oder dritte. Wer solche Alkoholkonzentrationen nicht nur verträgt, sondern noch in der Lage ist, ohne fatale Probleme ein Kraftfahrzeug zu führen, hat längerfristig "geübt"; bei angenommenen 160 cm Körpergröße, 55 kg, 52 Jahre sind das (in der Annahme, daß das Trinkende unmittelbar vor der Fahrt lag und die Trinkzeit mit ca. 2 h recht kurz war) über 0,6 l Wein, also knapp eine Flasche. Ein Mann (186 cm groß, 81 kg) braucht für diese Werte ca. 1,2 l Wein (innerhalb von 2 h); das sind mehr als anderthalb Flaschen zu 0,75 l oder sechs Gläser. Wer das einmal ausprobiert hat, wird aller Voraussicht nach bestätigen können, daß er eher das Problem hatte, dass die Toilettenschüssel, vor der er sitzt, sich ständig dreht, nicht aber ein Auto unfallfrei durch die Gegend lenken konnte. Der Lebenserfahrung nach haben zuvor daher bereits andere Fahrten mit mehr als 1,1 Promille stattgefunden; es geht eben nicht darum, einmal (!) ausnahmsweise einen "über den Durst" getrunken und dann die eigenen Grenzen nicht mehr erkannt zu haben. Dafür ist der Wert zu hoch.
Zudem ist eine Trunkenheitsfahrt zwar ein abstraktes Gefährdungsdelikt, beim Überfahren einer roten Ampel ist es allerdings weitgehend Zufall, ob sich die Gefahr realisiert; das hängt dann nämlich nur noch davon ab, ob jemand im Weg steht (oder fährt) und ob dieser rechtzeitig reagieren kann. Beides sollte man m.E. berücksichtigen. Natürlich hast du recht, aber warum jetzt Frau Käßmann allenorts die Aufmerksamkeit auf sich zieht, wo die katholichen Oberhäupter gerade erst mal wieder demonstriert haben, daß sie seit Jahrzehnten schwerste Straftaten decken und befördern, ist wirklich erstaunlich. Oder entsetzlich, wie man es eben sehen will.
Ich bin auch der Meinung, dass Trunkenheit am Steuer kein Ausrutscher sein kann bzw. darf. Jedoch bin ich auch der Meinung, dass diese Straftat nichts mit ihrem Amt zu tun hat. Schließlich sollte ihr Privatleben noch privat bleiben.
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Hübsch! Aber wenn du daraus eine Langzeitbelichtung gemacht hättest und sich dabei das Riesenrad gedreht hätte, sä [...]
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