Eigentlich wollte ich an dieser Stelle einen längeren Artikel über den Terroranschlag in London und seine Folgen schreiben. Bis mir auffiel, daß zu diesem Thema schon viele Worte gemacht worden sind, und daß ich eigentlich nicht zum xten Mal das gleiche sagen möchte. Daher hier nur ein paar Gedankensplitter von mir:
- Gewalt - gleich welcher Form und gegen wen auch immer gerichtet - ist für eine zivilisierte Gesellschaft inakzeptabel. Nicht umsonst ist sie (zumindest auf dem Papier) in den allermeisten Gesellschaften geächtet und nur in eng umgrenzten Ausnahmefällen gestattet. Daher muß eigentlich nicht besonders betont werden, daß die Anschläge von London durch nichts zu rechtfertigen sind. (Ich schreibe das hier dennoch so deutlich, um bei dem, was gleich kommen wird, nicht falsch verstanden zu werden.)
- Jeder Mensch, der eines nicht natürlichen Todes stirbt oder durch fremde Einflüsse verletzt wird, ist einer zu viel. Denen, die einen lieben Menschen verloren haben, und den Verletzten gilt mein Mitgefühl - und nicht zuletzt den Kollegen der Rettungsdienste vor Ort.
- 50 Tote sind eine große Zahl - aber 50 Tote sind auch die Anzahl von Menschen, die alle 3 Tage im Verkehr in Deutschland stirbt. 300 Verletzte gibt es im Verkehr alle 6 Stunden. Wie gesagt: Jeder Tote und jeder Verletzte ist einer zu viel - ob durch eine kriminelle Handlung oder durch die Teilnahme am Verkehr.
- London bezeichnet sich gerne selbst als die bestüberwachteste Stadt Europas, und die Einreisekontrollen und -berschränkungen bei der Reise nach Großbritannien sind schon legendär streng. Trotzdem ist der Anschlag in London erfolgt, und nicht etwa in Paris, Berlin oder Stockholm. Sollte einen das nicht nachdenklich machen, wenn jetzt von den üblichen Verdächtigen noch stärkere Überwachung und noch schärfere Gesetze gefordert werden?
In meinen Augen ist es die falsche Antwort an Terroristen, gleich welchen Hintergrunds, im Namen der (vermeintlichen) Sicherheit immer mehr Bürgerrechte abgzutreten und auszuhöhlen. Denn damit spielt man ihnen nur in die Hände, erreicht das, was sie wollen: Ein Leben in Mißtrauen und Angst. Viel sinnvoller erscheint es mir, ihnen ins Gesicht zu sagen:
"Wir lassen uns unser Leben von euch nicht kaputtmachen!".
Nur fürchte ich, daß Herr Schily und all die anderen das nicht verstehen wird. Und darüber kann ich genauso wütend werden wie
der Fux.