[...] traditionelle, vor allem am Rundfunk ausgerichtete Modelle der Medienregulierung über den Haufen geworfen [...]
.
Auch die Feststellung, daß im Bereich der Medienregulierung
[...] nationale Systeme nur noch von begrenztem Wert sind [...]
,
ist ja grundsätzlich nicht zu beanstanden. Die Schlußfolgerungen, die Herr Schneider dann daraus zieht, lassen es mir dann allerdings nur noch kalt den Rücken herunterlaufen und zeugen von zwei möglichen Alternativen:
Entweder er hat nicht verstanden, wie das mit dem Internet eigentlich funktioniert. Daß hier jeder Sender und Empfänger gleichzeitig sein kann, daß Dinge wie die Grenzen von Nationalstaaten oder klassischen Kulturräumen zusehends an Bedeutung verlieren und sich Menschen aufgrund ihrer Interessen zusammenfinden. Daß jeder sein Grundrecht auf freie Meinungsäußerung einfach so wahrnehmen kann und (das ist das Neue) auch gehört wird - ohne daß ein millionenschwerer Presseapparat hinter ihm stehen muß. Daß man einfach so Zugriff auf Informationen haben kann, von denen man früher nicht einmal wußte, daß es sie gibt - und damit ist nicht nur Wissen gemeint, sondern auch das, was man gemeinhin unter "Kultur" (ja, mit einem großen Anteil "Populärkultur" dabei) versteht.
Oder er weiß das alles sehr gut - und es macht ihm Angst. Angst, die Macht über die Köpfe, die Deutungshoheit zu verlieren. Und in dieser Angst schlägt er wild um sich, aus Verzweiflung - weil er weiß, daß er angezählt ist. Er und alle, die gedanklich seinem Medienmodell verhaftet sind.
Ich weiß nicht, welche der beiden Alternativen mir mehr Angst macht.
Mit Dank an das Lawblog für den Hinweis auf das dnt IPdio mini und das aktuelle Sonderangebot bei Karstadt. Das letzte Exemplar aus Karlsruhe ist jetzt meins, und ich kann endlich auch im Wilden Süden wieder meinen Heimatsender hören...
Am Ende des Lebens derjenigen, die diesen Satz sagte, standen über 70 Bücher, Drehbücher und Theaterstücke, übersetzt in 68 Sprachen und mit einer Gesamtauflage von über 120 Millionen Exemplaren, die immer noch wächst. Heute wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden. Eine Frau, die immer ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Willen hatte, die gegen Unrecht ihre Stimme erhob, und die in ihrem Herzen nie das Kind vergessen hat, das sie einmal war - und die Kinder als Menschen ernst nahm.
Und allen, die von ihr nur Pippi Langstrumpf kennen, lege ich auch und gerade ihre späteren Bücher ans Herz. Besonders, wie schon einmal erwähnt, die Geschichte der Brüder Löwenherz. Keine leichte Kost, ein Buch, in dem die beiden Hauptfiguren schon ganz zu Anfang sterben. Aber mit dem Tod ist die Geschichte noch längst nicht zu Ende... Lest selbst, wenn ihr es noch nicht kennt. Oder lest es wieder, wenn ihr es als Kinder schon einmal gelesen habt. Man ist nie zu alt für ihre Bücher.
Aufgeschreckt durch diesen Beitrag des SWR habe ich mich mal bei YouTube auf die Suche gemacht. Die im Beitrag genannte Zahl von knapp 300 Filmchen mit dem Tag "schwäbisch" beinhaltet zwar auch viele Videos, die irgendwas mit "Schwäbisch Hall" zu tun haben - dem Ort, nicht der Bausparkasse -, aber auch so einige synchronisierte "24"-Folgen. Besser als Jack Bauer finde ich aber dies hier: Bruce Willis (stilecht im Unterhemd) holt sein auf eBay ersteigertes Schnäppchen ab.
Die im SWR-Beitrag erwähnte Werberkonferenz auf dem Todesstern findet man bei der Suche nach "schwäbisch" übrigens nicht - jedenfalls nicht auf den vorderen Plätzen. "todesstern stuttgart" hilft weiter - oder das Blog am Datentrampelpfad...
Bei Spiegel Online prügeln Milchmädchen auf die Bahn ein - jedenfalls muß man das glauben, wenn man den verlinkten Artikel mit offenen Augen und etwasHintergrundwissen liest.
Mir liegt es fern, die DB Netz AG als Engel des Schienennetzes darzustellen - das ist sie nun wirklich nicht. Es gibt genug Beispiele dafür, daß DB Netz für die Steigerung der Unternehmensrendite quasi über Gleisleichen geht, indem sie trotz einer massiven Steigerung des Transportvolumens im Güterverkehr Ausweichmöglichkeiten rupft, Bahnhöfe auf den Minimalbestand zurückbaut und auch ansonsten gerne solange das Netz vergammeln lässt, bis das Eisenbahn-Bundesamt mal dazwischenfunkt. Es gibt also genügend Gründe für Kritik an diesem Unternehmen. Aber wenn man schon kritisiert, dann sollte man doch seine Hausaufgaben machen und nicht schlampig solche Dinge schreiben:
Laut Eisenbahn-Bundesamt bestehen mehr als 6000 Kilometer Gleise, das sind rund 18 Prozent des Streckennetzes, aus veralteten Schienen der Kategorie "S 49". Zu einem großen Teil wurden die Gleise aus bruchanfälligem Thomasstahl gefertigt. Dieses bis in die siebziger Jahre hinein verwendete Material war auch verantwortlich für den Bruch von RWE-Strommasten im Münsterland vor knapp zwei Jahren.
An diesem Absatz sind gleich mehrere Dinge falsch:
Der Ziegelstein als Hardcover - entdeckt im Schaufenster einer Stuttgarter Buchhandlung.
P.S.: Falls mir jemand sagen kann, wie man mit dem Gimp oder ähnlicher unter Linux laufender Software die Spiegelung in der Fensterscheibe aus dem Bild entfernen kann, wäre ich sehr glücklich. Einen Polarisationsfilter gibt es für meine Digitalkamera wohl eher nicht...
..., aber nie zu fragen wagten - das alles wird in Ishkur's Guide to Electronic Music ausführlichst und mit vielen Hörbeispielen beantwortet. Ich persönlich habe mich erst einmal eine gute halbe Stunde in der "Downbeat"-Sektion festgelesen und -gehört, kenne dafür aber jetzt den Unterschied zwischen Ambient House, Ambient Breaks und Ambient Trance und weiß, daß ich meine Musiksammlung dringend in bislang weitgehend unentdeckte Bereiche erweitern muß. Es gibt dort aber auch härtere Ecken - your mileage may vary.
Definitiv nichts für schwache Nerven - aber unbedingt sehenswert ist der Film V wie Vendetta. Das "nichts für schwache Nerven" bezieht sich bei mir dabei noch nicht einmal so sehr auf die offene Darstellung von Gewalt. Sicher, die FSK 16-Freigabe ist bei einigen Szenen durchaus gerechtfertigt (aus meiner Perspektive, der ich eher selten Filme mit heftigen Gewaltszenen schaue). Es ist auch nicht die Darstellung der Mechanismen dieser autoritären Gesellschaft.
Nein, ein heftiges Grummeln im Magen verursacht bei mir etwas ganz anderes: Die Darstellung, wie die Unterdrücker zu ihrer Macht gekommen sind. Auch wenn der Anstoß dazu von ihnen kam, gegeben hat sie ihnen das Volk. Freiwillig. Aus Angst.
Ich wünsche, ich könnte mir hinreichend überzeugend einreden, daß das alles nur Fiktion sei, und daß anderthalb totalitäre Systeme in den letzten 80 Jahren in der Realität Spuren im kollektiven Gedächtnis hinterlassen hätten. Ich wünsche es mir wirklich...
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