Im allgemeinen Trubel um den Rücktritt von Bahnchef Hartmut Mehdorn etwas untergegangen sind die Pläne der DB, mit der Liberalisierung des Netzzugangs der SNCF in Frankreich Konkurrenz im innerfranzösischen Fernverkehr zu machen.
Geplant ist dabei primär, derzeit bestehende Lücken im Bezirksverkehr zu füllen - das Netz der französischen TGV ist bekanntlich stark auf Paris ausgerichtet, so daß die schnellste (oder überhaupt eine verfügbare) Verbindung zwischen zwei Städten "in der Provinz" auf der Schiene häufig einen Umweg über die französische Hauptstadt erzwingt. Um dabei unabhängig von den beiden Fahrdrahtspannungen im französischen Netz zu sein und auch nicht elektrifizierte Strecken befahren zu können, ist an den Einsatz einer speziell optimierten Variante des ICE mit dem Arbeitstitel "ICE-PD" (für "Provinz-Diesel" - böse Zungen sprechen von "Paris-Direkt") gedacht. Das von Krauss-Maffei Wegmann speziell konstruierte Fahrwerk soll dabei auch den Einsatz mit erhöhter Geschwindigkeit auf Nebenstrecken mit unterhaltungsoptimiertem Oberbau nach französischer Art zulassen.
Ein Prototyp des neuen Fahrzeugs wird derzeit mit der Baureihenbezeichnung 602 u.a. auf einem Testgelände in der Lüneburger Heide einer ausgedehnten Erprobung unterzogen (siehe Foto unten). Als problematisch erweist sich derzeit noch das geringe Platzangebot, auch ist noch nicht enschieden, ob und ggf. in welcher Form ein Catering für die Reisenden angeboten werden soll. Die DB ist jedoch zuversichtlich, diese Probleme in Kürze in den Griff zu bekommen.
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