Seit Herbst letzten Jahres steht bei mir eine
SPARCstation IPC im Regal, die mir
Hanno freundlicherweise überlassen hatte. Erste Wiederbelebungsversuche waren seinerzeit daran gescheitert, daß die Framebuffer von Sun "composite sync" (nicht, wie immer wieder behauptet wird, "sync on green"!) verwenden, was mein VGA-Monitor nicht versteht. Zudem sind die seriellen Schnittstellen als Mini-DIN8 ausgeführt, und ich hatte kein passendes Kabel.
Das Kabel gab es nun beim
üblichen Verdächtigen für kleines Geld, und somit wurde am Wochenende ein erneuter Versuch gestartet. Gleich beim ersten Booten zeigte sich dann auch, warum auf dem Ethernet-Port vorher keine Aktivität zu verzeichnen war: Das NVRAM (manchmal auch IDPROM genannt) hatte seine Inhalte vergessen, da die integrierte Batterie mittlerweile den Geist aufgegeben hatte. Gottseidank gibt es im Web
FAQs zu diesem Problem, und nach etwas Tipparbeit bootete die Sun wieder. Der Nachmittag ging dann mit dem Aufsetzen diverser Dienste (RARP, Bootparm, TFTP) und dem Auspacken eines älteren
NetBSD-Releases herum (NetBSD läuft ja bekanntlich auf allem, vom Großrechner bis zum Toaster), und gegen Abend dann das Erfolgserlebnis: Die IPC bootete den NetBSD-Kernel vom Netz.
Jetzt muß ich erstmal einen widerspenstigen DHCP-Server in meinem LAN zähmen, und dann folgt Teil 2: Booten des Gesamtsystems. Leider scheint die integrierte Platte tot zu sein, mal sehen, ob ich noch irgendwo eine kleine SCSI-Platte auftreiben kann. Bis dahin muß phoenix halt erstmal vom Netz booten. Ein neuer IDPROM-Chip ist wahrscheinlich auch fällig. Irgendwann einmal soll die Kiste mit einer Quad-Ethernetkarte Router für das Wohnungs-LAN spielen, aber bis dahin ist noch ein weiter Weg.
(Zum Namen: "Phoenix" ist der Sun-interne Codename für die IPC gewesen. Eigentlich vergebe ich ja keine Rechnernamen doppelt, und phoenix war mal ein DSL-Router aus einem ausgemusterten 486er, aber das ursprünglich vorgesehene "crow" habe ich dann doch nicht übers Herz gebracht.)
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