Entries tagged as Kindheit
Tuesday, November 24. 2009
... bis man endlich die Zeit gefunden hat, den perfekten Gleisplan zu zeichnen... und das Regal auszumisten... und das Material aus dem Bau- und Hobbyparadies zu besorgen.
Wenn sie einfach lockt, die Sehnsucht. Dann tut es auch das Gleisoval auf dem Fußboden.
Wie damals, vor 29 Jahren, unter dem Weihnachtsbaum. Die Schienen waren aus Blech, der Trafo war blau, und die Lok zog zwei Personenwagen und hatte einen Funkenfänger-Schornstein. Aber das Gefühl ist das Gleiche, wenn der Zug unermüdlich seine Kreise dreht.
Einfach nur Glück.
Monday, January 28. 2008
Google hat ein angepasstes Logo und die Süddeutsche Zeitung einen toll geschriebenen Jubiläumsartikel: Der LEGO®-Stein wird 50 Jahre alt.
Und ja, auch ich habe in meiner Kindheit mit LEGO gespielt und es geliebt. Ich hatte einen Grundbaukasten (den mittleren, mit dem sich u.a. ein Verladekran bauen ließ) und ziemlich viele Dinge aus der Stadt-Serie: Die ganz alte Polizeiwache (noch ohne Rolltore, aber mit Hubschrauber-Landeplatz auf dem Dach), die damals ganz neue Feuerwache (mit Rolltoren!), die Tankstelle, die Post, viele Straßenplatten... Ein Schulfreund hatte sich als Gegenpol auf die Weltraum-Serie spezialisiert. Je nachdem wo gespielt wurde, gab es das prickelnde Leben einer Großstadt oder die Abenteuer einer Science Fiction-Episode. Das am Anfang kurzzeitig vorhandene Playmobil konnte da einfach nicht mithalten. Später gab es dann sogar noch eine kurze LEGO technic-Phase, die mir ein wenig Neid meiner großen Schwester eintrug - sie hatte früher LEGO gewollt und fischertechnik bekommen. Das war aber kurz - die Modelleisenbahn und später dann der Computer übten stärkere Anziehungskraft aus...
Trotzdem: LEGO ist mit (nicht nur) meiner Kindheit untrennbar verbunden. Und auch meine Neffen spiel(t)en mit dem Stein mit den Noppen - teilweise sogar mit den gleichen, mit denen ich gespielt habe. Sie sind halt zeitlos und (fast) unverwüstlich.
Auf die nächsten 50 Jahre, kleiner Stein!
Monday, December 31. 2007
... die Eisenbahn, die mein Vater für mich als Überraschung in unserem Keller wieder aufgebaut hat. Als kleinen Ersatz für meine alte Modellbahnanlage, die seit ein paar Jahren mehr oder weniger nur verstaubte, Platz wegnahm und deshalb im Frühjahr weichen mußte - was mir sehr weh getan hatte.
Definitiv keine NEM-FREMO-H0pur-superdetaillierte Modellbahn - einfach nur ein paar Schienen auf einer Tischlerplatte montiert, mit abenteuerlichen Radien und zusammengestückelten Gleisfiguren. Aber vielleicht gerade deshalb das Liebste, was mir dieses Jahr zu Weihnachten geschenkt wurde. Denn so hat die Eisenbahnerei für mich einmal angefangen, mit einem Schienenkreis, einer kleinen Lok und zwei Personenwagen...
Manchmal sind es die kleinen Dinge, die einem am meisten Freude bereiten.
Wednesday, November 14. 2007
 Am Ende des Lebens derjenigen, die diesen Satz sagte, standen über 70 Bücher, Drehbücher und Theaterstücke, übersetzt in 68 Sprachen und mit einer Gesamtauflage von über 120 Millionen Exemplaren, die immer noch wächst. Heute wäre Astrid Lindgren 100 Jahre alt geworden. Eine Frau, die immer ihren eigenen Kopf und ihren eigenen Willen hatte, die gegen Unrecht ihre Stimme erhob, und die in ihrem Herzen nie das Kind vergessen hat, das sie einmal war - und die Kinder als Menschen ernst nahm.
Und allen, die von ihr nur Pippi Langstrumpf kennen, lege ich auch und gerade ihre späteren Bücher ans Herz. Besonders, wie schon einmal erwähnt, die Geschichte der Brüder Löwenherz. Keine leichte Kost, ein Buch, in dem die beiden Hauptfiguren schon ganz zu Anfang sterben. Aber mit dem Tod ist die Geschichte noch längst nicht zu Ende... Lest selbst, wenn ihr es noch nicht kennt. Oder lest es wieder, wenn ihr es als Kinder schon einmal gelesen habt. Man ist nie zu alt für ihre Bücher.
Update:Bei der Tagesschau gibt es diverse Links zu Astrid Lindgren, bei der Süddeutschen Zeitung eine Erinnerung an einen Besuch bei der Autorin.
Sunday, January 28. 2007
Heute vor 5 Jahren starb eine Frau, die mit ihrem Lebenswerk vermutlich nicht nur meine Kindheit und Jugend geprägt hat: Astrid Lindgren.
Die biographischen Angaben kann man im Internet problemlos finden. Aber viel wichtiger als das Wissen, daß sie mehr oder weniger durch Zufall Autorin wurde oder ihr Protest gegen das Steuerrecht eine schwedische Regierung stürzen ließ sind eigentlich andere Dinge.
Sie hat gewußt, daß Kinder Liebe und Freiraum brauchen, um wachsen zu können. Das zeigen ihre Figuren, ob sie nun Pippi, Michel, Lotta, Karlsson oder noch ganz anders heißen. Sie hat Kindern gezeigt, daß Phantasie etwas gutes ist, etwas, mit dem man die anscheinend übermächtigen Erwachsenen ausmanövrieren und zum Nachdenken bringen kann - und Erwachsenen, daß in ihnen immer auch ein Kind schlummert, das gerne wieder ans Tageslicht möchte, und daß es gut ist, ihm dies zu gewähren.
Mein Lieblingsbuch von ihr ist nicht Pippi Langstrumpf, auch wenn es das erste war, das ich gelesen habe. Es sind auch nicht die Geschichten um Kalle Blomquist, die ich als Kind in der Gemeindebücherei ausgeliehen und regelrecht verschlungen habe. Es ist die Geschichte der "Bröderna Lejonhjärta", der Brüder Löwenherz. Eine Geschichte, in der die Sinnlosigkeit von Gewalt gezeigt wird, die berichtet, daß auch kleine Leute gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner siegen können - und daß das Leben mit dem Tod nicht zuende ist. Lesenswert und tröstlich - nicht nur für Kinder, auch und gerade für Erwachsene.
Danke, Astrid, für all das, was Du dieser Welt gegeben hast.
Monday, February 28. 2005
Schon merkwürdig, wie eine Heimfahrt mit dem Bus Erinnerungen an die Kindheit wecken kann. Für viele dürfte die Linie 151 eine ganz normale Buslinie gewesen sein. Langsam (eine Stunde für etwa 25 Kilometer direkte Straßenentfernung), unregelmäßig und meist nicht zu den nötigen Zeiten verkehrend, ohne Komfort (Klimaanlage? Radio? Unnötiger Schnickschnack!).
Für mich war sie früher das Tor zur Welt.
Aufgewachsen als Kind in einem Dorf mitten in der westfälischen Pampa ohne Bahnhof, gab es außer dem Schulbus zwei Möglichkeiten, mal rauszukommen: Die samstäglichen Einkaufsfahrten mit den Eltern oder den Bus. Und der Bus, das war (meistens) die 151. Mit ihr bin ich nach Greven gefahren, zum Augenarzt. Nach Münster, in den Ferien mal einen Tag alleine in der großen Stadt verbringen; und später als Student über den Fahrplan fluchen (6:30 morgens Abfahrt, der letzte Bus heim fuhr gegen 19 Uhr, spätere Vorlesungen bedeuteten, sich von Papa am Bahnhof des Nachbardorfs aufsammeln zu lassen). Und als Unterstufenschüler am Elternsprechtag zur großen Schwester nach Freiburg ausbüxen, aus völlig irrationaler Angst vor meinem einzigen Klassenbucheintrag heraus.
Irgendwann wurde die 151 dann durch die R51 ersetzt, mit Taktfahrplan, kürzerer Fahrzeit und späteren Fahrten. Für die meisten ein großer Fortschritt, auch für mich. Und trotzdem vermisse ich die alte 151 irgendwie. Vermutlich bin ich deshalb letzten Freitag ein Stück mit ihren traurigen Resten gefahren, die aus ein paar nicht in den Plan der R51 passenden Überführungs- und Schülerfahrten bestehen. Und vielleicht setze ich mich demnächst mal an einem Sonntag in die letzte Fahrt, die noch den ganzen Linienweg bedient, und denke an früher zurück.
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