Entries tagged as Krankheit
Monday, October 29. 2007
Das Schultergelenk des Menschen ist schon eine besondere Konstruktion. Schließlich ermöglicht es einem, den Arm dreidimensional zu bewegen, in einem Umfang, den kein anderes Gelenk erreicht: In einer Dimension (fast) um 360 Grad (Armkreisen), in den anderen Dimensionen immerhin noch um 180 Grad (vom herabhängenden bis zum über den Kopf erhobenen Arm) bzw. immer noch deutlich mehr als 90 Grad (den ausgestreckten Arm von der Brust aus in einem Kreis ausstrecken).
Jedenfalls beim gesunden Menschen. Mit der Beweglichkeit ist es nämlich vorbei, wenn eine der Sehnen reißt, die die Muskeln der Rotatorenmanschette in der richtigen Position halten. Eine ausgeprägte Gelenkpfanne, die an dieser Stelle übernehmen könnte, gibt es beim Schultergelenk nicht. Die Folge: Der Oberarm rutscht aus der richtigen Position und läßt sich nur noch eingeschränkt (und unter Schmerzen) bewegen.
Über diese Zusammenhänge macht man sich normalerweise keine Gedanken. Und wenn man es gezwungenermaßen doch tun muß, ist man über kleine Fortschritte schon riesig erfreut. 110 Grad frontal und seitlich sind zwar noch ein ganzes Stück von den angestrebten 180 Grad entfernt, aber schon deutlich besser als die 60 (frontal) bzw. 90 (seitlich) Grad, die zu Beginn der Reha möglich waren - nach 6 Wochen Physiotherapie, wohlgemerkt.
Ich hoffe, daß es so weiter geht.
Monday, October 22. 2007
Ich kann meinen rechten Arm wieder benutzen. Zumindest tagsüber zeitweise, und für noch ziemlich niedrige Werte von "benutzen" - so ein Arm ist ziemlich schwer, wenn die Oberarmmuskulatur sechs Wochen Ruhepause hatte und im Wesentlichen "ich bin dann mal weg" gesagt hat. Aber immerhin kann ich meine Anträge wieder alleine ausfüllen und diverse Routinetätigkeiten im Haushalt verrichten. Immer schön vorsichtig natürlich. Und bei auftretenden Schmerzen sowie bei Nacht kommt sie dann wieder zum Einsatz.
Mittwoch geht es dann in die Reha. Ich hoffe, daß der Muskelaufbau einigermaßen zügig abläuft. Es ist übrigens ein merkwürdiges Gefühl, mit 33 schon Leistungen aus der Rentenversicherung zu beziehen...
Monday, October 15. 2007
Eine Woche voraussichtlich noch, dann kann ich endlich wieder meine rechte Hand gebrauchen - zumindest ein bißchen, denke ich. Dann gibt es zwar nochmal drei bis vier Wochen Reha, aber wenigstens ist dann der erste Schritt zurück zur Normalität getan.
Es ist unglaublich, wie viele alltägliche Dinge auf einmal schwierig werden, deutlich länger dauern oder schlicht nicht möglich sind, wenn man auf seine "Haupthand" verzichten muß. Das fängt schon morgens beim Aufstehen an - meine Leser mögen einmal versuchen, eine Jeans nur mit links (für Linkshänder: nur mit rechts) anzuziehen. Beim Frühstück fehlt die Hand, die das Brot beim Bestreichen festhält, der Stuhl mit Armlehne ist je nach Höhe der Lehne unbequem oder gar nicht zu benutzen... und das ist nur der Anfang. Ach ja, und das Tippen nur mit links ist extrem anstrengend und dauert ewig. Handschriftliches kann ich gleich vergessen - ich kriege mit Müh' und Not gerade etwas unterschriftsähnliches hingekritzelt.
Wie gesagt, eine Woche noch. Danach gibt es dann vermutlich auch wieder mehr Neues im Blog, wenn ich für einen Eintrag wie diesen hier keine 20 Minuten mehr brauche.
Wednesday, September 26. 2007
Meine Krankheit hat mir nicht nur ein Abduktionskissen, sondern auch einen neuen Mitbewohner beschert:
Passenderweise brachte eine Wölfin den neuen Gast vorbei - vielen Dank dafür!  Nur seinen Namen hat er mir bislang noch nicht verraten...
Saturday, September 22. 2007
Noch viereinhalb Wochen, 7 Tage die Woche, 24 Stunden am Tag. Ja, es ist so unbequem, wie es aussieht.
Friday, September 14. 2007
Nur um Zweifel zu zerstreuen: Ich bin zwar noch im Krankenhaus, aber immerhin schon alle Schläuche und Nadeln los, weile also wieder mehr oder weniger unter den Lebenden. Nur das Tippen ist mit links etwas schwierig...
Thursday, September 6. 2007
Ruptur (lat. ruptura Zerreißung, Durchbruch von rompere reißen, engl. rupture) bezeichnet in der Medizin die Zerreißung oder den Riss eines inneren Organs, eines Muskels, eines Gefäßes, eines Bandes oder einer Sehne.
So eine MRT ist insgesamt eher wenig spektakulär. Man liegt in einer ziemlich engen Röhre, hat einen Gehörschutz auf (in meinem Fall mit Plätscherentspannender Musik beschallt), und um einen herum brummt, klackert und rumpelt es. Die Rechentechnik, um aus den dabei entstehenden schwachen Signalen große Bilder zu machen, dürfte allerdings recht beeindruckend sein. Leider weiß ich das morgens um 6:40 Uhr noch nicht so recht zu würdigen.
Die Verkündung des Befundes durch den Radiologen machte mich allerdings hellwach, und die anschließende Besprechung mit Orthopäde Nummer 2 verstärkte das noch. Der Befund ist etwas länglich, der Hauptteil läßt sich aber auf einen Satz eindampfen:
Sehr ausgeprägte Bursitis calcarea; komplette Ruptur der Supraspinatussehne im Ansatzbereich.
Oder auf deutsch: Mächtig viel Kalk in der rechten Schulter (das war bereits bekannt), und eine Sehne dort ist gerissen (das ist neu).
Nächste Woche darf ich dann erst einmal das Karl-Olga-Krankenhaus in Stuttgart näher kennenlernen, wo meine Schulter am Mittwoch entkalkt und die Sehne geflickt wird. Die darauf folgenden sechs Wochen werde ich dann innig mit einem Abduktionskissen kuscheln. Meine Begeisterung hält sich derzeit in Grenzen...
Tuesday, September 4. 2007
- Orthopäde Nr. 2 hat deutlich nettere Praxishelferinnen, einen ruhigeren Wartebereich und über die Diagnostik seines Kollegen auch nur den Kopf geschüttelt.
- Radiologen sind bei der Terminvergabe für Kernspintomographien entweder wahnsinnig oder Sadisten aus Überzeugung - ich bin am Donnerstag um 6:40 Uhr CEST an der Reihe (ja,
nachtsmorgens, nicht etwa "PM").
- Das Ergebnis gibt es dann immerhin am gleichen Morgen ab 8 Uhr.
- Drückt mir die Daumen, daß sich das Murmeln von Orthopäde Nr. 2 heute (ein Wort mit O) noch einmal abwenden läßt...

Als Kassenpatient macht man so seine ganz eigenen Erfahrungen mit Ärzten - negative und positive.
Orthopäde 1, gestern mit akuten Schmerzen in der rechten Schulter aufgesucht:
Nein, wenn Sie keinen Termin haben, können wir Sie heute nicht mehr behandeln. Nein, auch dann nicht, wenn der Doktor Sie deswegen schon einmal behandelt hat. Lassen Sie sich einen Termin geben.
Die Schmerzbehandlung erfolgte dann bei der (sehr freundlichen) Vertretung meiner gerade im Urlaub befindlichen Hausärztin, die über das Verhalten von Orthopäde 1 (und seine Diagnostik in der Vergangenheit) nur den Kopf schüttelte und mir zwei andere empfahl.
Also Anruf bei Orthopäde 2:
Waren Sie schon einmal bei uns? (Nein.) Ist das etwas akutes? (Ja, ich bin aktuell krankgeschrieben.) Ich könnte Ihnen heute um 15:15 Uhr einen Termin geben, ginge das? (...!)
Merke: Es gibt auch Ärzte, die auch einen Kassenpatienten als Menschen und nicht nur als lästigen Fall behandeln. Mal sehen, was der neue Doc so alles zur Diagnose machen möchte - die Hausarztvertreterin murmelte etwas von "Ultraschall, eventuell Kernspin".
Monday, May 14. 2007
... zählt eine sogenannte Kalkschulter rechts. Sie tut unverschämt weh, und man wird sich im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhaft bewußt, für was man so alles zwei Hände braucht - oder auch nur eine, aber eben die rechte (als Rechtshänder). Schlafen erweist sich auch als erstaunlich schwierig, wenn man gewohnt ist, sich auf die Seite zu rollen.
Ich hoffe nur, daß die Schulter die Woche Ruhepause nutzt, die ihr vom Orthopäden verordnet wurde. Warum ist diese Art von Arzt eigentlich so versessen auf Injektionen in Gelenke?
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