Kurz vor dem Höhepunkt der Karnevalssession erschüttert ein Skandal den rheinischen Karneval: Ein Düsseldorfer Wagenbauer soll abtrünning geworden und mit den Verantwortlichen für den Kölner Rosenmontagszug über den
Bau von Wagen verhandelt haben. Ja nicht nur das: Während der Gespräche in Köln habe der Düsseldorfer
sogar Kölsch getrunken!
So richtig kann man den ganzen Zwist zwischen den beiden rheinischen Großstädten vermutlich nur als Eingeborener verstehen. Meine 4 Jahre Aufenthalt in Düsseldorf haben jedenfalls nicht gereicht, um die Hintergründe wirklich zu verstehen. Aber eins ist mir dort klar geworden: Was in den Nachrichten so witzig rübergebracht wird und worüber man als Außenstehender gerne lächelt - das alles wird dort wirklich sehr, sehr ernst genommen. Das gilt ganz besonders, sobald es um Brauchtum geht, und der Karneval ist die Form des Brauchtums, die am meisten ernst genommen wird. Mag man als Außenstehender auch "es ist doch nur Karneval" denken - falsch. Im Rheinland gibt es kein "nur Karneval". Karneval ist eine todernste Sache.
Der Wagenbauer dürfte bis auf weiteres tatsächlich
persona non grata in Düsseldorf sein.
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