Schon merkwürdig, wie eine Heimfahrt mit dem Bus Erinnerungen an die Kindheit wecken kann. Für viele dürfte die Linie 151 eine ganz normale Buslinie gewesen sein. Langsam (eine Stunde für etwa 25 Kilometer direkte Straßenentfernung), unregelmäßig und meist nicht zu den nötigen Zeiten verkehrend, ohne Komfort (Klimaanlage? Radio? Unnötiger Schnickschnack!).
Für mich war sie früher das Tor zur Welt.
Aufgewachsen als Kind in einem Dorf mitten in der westfälischen Pampa ohne Bahnhof, gab es außer dem Schulbus zwei Möglichkeiten, mal rauszukommen: Die samstäglichen Einkaufsfahrten mit den Eltern oder den Bus. Und der Bus, das war (meistens) die 151. Mit ihr bin ich nach Greven gefahren, zum Augenarzt. Nach Münster, in den Ferien mal einen Tag alleine in der großen Stadt verbringen; und später als Student über den Fahrplan fluchen (6:30 morgens Abfahrt, der letzte Bus heim fuhr gegen 19 Uhr, spätere Vorlesungen bedeuteten, sich von Papa am Bahnhof des Nachbardorfs aufsammeln zu lassen). Und als Unterstufenschüler am Elternsprechtag zur großen Schwester nach Freiburg ausbüxen, aus völlig irrationaler Angst vor meinem einzigen Klassenbucheintrag heraus.
Irgendwann wurde die 151 dann durch die R51 ersetzt, mit Taktfahrplan, kürzerer Fahrzeit und späteren Fahrten. Für die meisten ein großer Fortschritt, auch für mich. Und trotzdem vermisse ich die alte 151 irgendwie. Vermutlich bin ich deshalb letzten Freitag ein Stück mit ihren traurigen Resten gefahren, die aus ein paar nicht in den Plan der R51 passenden Überführungs- und Schülerfahrten bestehen. Und vielleicht setze ich mich demnächst mal an einem Sonntag in die letzte Fahrt, die noch den ganzen Linienweg bedient, und denke an früher zurück.
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