Es gibt ja eine ganze Reihe von Berufsblogs - vom
Call-Center-Agenten über die
Buchhändlerin, den
Taxifahrer bis hin zur
Fernsehnachrichten-Redaktion lassen diverse Leute einen Blick hinter die Kulissen ihres Berufes zu und berichten von Alltäglichem und Ungewöhnlichem. Und diese Aufzählung kratzt nur ganz leicht an der Oberfläche der Blogosphäre, immer wieder stolpert man über ein neues, außergewöhnliches Blog.
Wie zum Beispiel das
Bestatter-Weblog. Bestatter ist ein Tabu-Beruf - nicht weil die Arbeit in irgendeiner Weise ehrenrührig oder gar illegal wäre, sondern weil das Thema Tod in unserer Gesellschaft tabuisiert wird. Wer denkt schon freiwillig darüber nach, daß unsere Zeit auf diesem Planeten endlich ist, aber eben auch die Zeit derer, die uns lieb und teuer sind? Und darüber, daß es im Allgemeinen nicht in unserer Hand liegt, das Ende dieser Zeit zu kennen (von der Ausnahme Suizid einmal abgesehen)? Das Thema wird gerne verdrängt, und die damit zusammenhängenden Dinge mental ausgeblendet. Ich gebe gerne zu, daß es mir meist nicht anders geht.
Aber gerade deshalb ist es gut, daß es auch einen bloggenden Bestatter gibt. Zum einen, weil er und sein Berufsstand damit überhaupt in der Blogosphäre sichtbar wird. Aber gerade auch deshalb, weil beim Lesen dieses Blogs, beim Blick hinter die Kulissen deutlich wird, daß auch dieser Beruf in gewissem Sinn ein ganz normaler Beruf ist. Einer, der besondere Sensibilität erfordert, sicher, aber eben auch einer mit den ganz alltäglichen
Erfahrungen und
Problemen, aber auch (in den Grenzen des Berufs)
positiven Erlebnissen und einer guten Portion
Skurrilitäten.
Mein persönliches Fazit: Ein unbedingt lesenswertes Blog - und eins, das mitunter vielleicht vom Schmunzeln oder Stirnrunzeln zum Nachdenken führt. Was in meinen Augen eine gute Sache ist.
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