Heute vor 5 Jahren starb eine Frau, die mit ihrem Lebenswerk vermutlich nicht nur meine Kindheit und Jugend geprägt hat:
Astrid Lindgren.
Die biographischen Angaben kann man im Internet problemlos finden. Aber viel wichtiger als das Wissen, daß sie mehr oder weniger durch Zufall Autorin wurde oder ihr Protest gegen das Steuerrecht eine schwedische Regierung stürzen ließ sind eigentlich andere Dinge.
Sie hat gewußt, daß Kinder Liebe und Freiraum brauchen, um wachsen zu können. Das zeigen ihre Figuren, ob sie nun Pippi, Michel, Lotta, Karlsson oder noch ganz anders heißen. Sie hat Kindern gezeigt, daß Phantasie etwas gutes ist, etwas, mit dem man die anscheinend übermächtigen Erwachsenen ausmanövrieren und zum Nachdenken bringen kann - und Erwachsenen, daß in ihnen immer auch ein Kind schlummert, das gerne wieder ans Tageslicht möchte, und daß es gut ist, ihm dies zu gewähren.
Mein Lieblingsbuch von ihr ist nicht Pippi Langstrumpf, auch wenn es das erste war, das ich gelesen habe. Es sind auch nicht die Geschichten um Kalle Blomquist, die ich als Kind in der Gemeindebücherei ausgeliehen und regelrecht verschlungen habe. Es ist die Geschichte der "Bröderna Lejonhjärta", der
Brüder Löwenherz. Eine Geschichte, in der
die Sinnlosigkeit von Gewalt gezeigt wird, die berichtet, daß auch kleine Leute gegen einen scheinbar übermächtigen Gegner siegen können - und daß das Leben mit dem Tod nicht zuende ist. Lesenswert und tröstlich - nicht nur für Kinder, auch und gerade für Erwachsene.
Danke, Astrid, für all das, was Du dieser Welt gegeben hast.
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