Heute ist einer der unbekannteren Gedenktage in Deutschland - und doch einer, der im wahrsten Sinne des Wortes fundamental für das Zusammenleben in unserem Staat ist: Heute vor 58 Jahren, am 23. Mai 1949, wurde
das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland verkündet.
Das Grundgesetz war die erste deutsche Verfassung, die Grundrechte als
unmittelbare Rechte des Bürgers gegen den Staat und nicht nur als bloße Absichtserklärung eingeführt hat. Ein solches Grundrecht ist auch
die Versammlungsfreiheit. Sie ist häufig unbequem für "den Staat", weil es Demonstrationszüge und Kundgebungen so an sich haben, für Unordnung zu sorgen. Sie passen nicht ins Bild eines ruhigen, sauberen und ordentlichen Deutschland. Und doch sind sie, wie
Heribert Prantl in der Süddeutschen Zeitung schreibt, auch dann wichtig und richtig, wenn sie "dem Staat" Arbeit machen und Kosten verursachen.
Und auch dann, wenn sie von Idioten mißbraucht werden, die das "friedlich und ohne Waffen" im Artikel
8 des Grundgesetzes gerne überlesen. Liebe Molli- oder Steine-Werfer, liebe Zwillen-Führer, liebe Schlagstock-Fanatiker und Hundehetzer: Ganz egal ob ihr links, rechts oder ganz woanders steht, ob ihr braun, rot, schwarz oder sonst irgendwas als Farbe führt, ich wünsche euch höchstpersönlich die Pest an den Hals. Dann
ihr seid es, die "dem Staat" den Vorwand liefert,
meine Grundrechte immer weiter zu beschneiden, nur weil ihr zu faul oder zu blöd seid, euch an die Regeln zu halten.
Das musste einfach mal raus.
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